Erntefreuden: Neues von und über den Apfel
Der Obstgarten zeigt sich im Oktober von einer besonders schönen Seite. Dann sind viele späte Früchte wie Äpfel, Birnen und Quitten reif. Apfel-, Birnen- und Quittenbäume bereiten aber nicht nur zur Erntezeit besondere Freude, sondern schon im Frühling, denn dann bereichern sie den Garten mit ihrer Blütenfülle.

Herbstzeit ist Erntezeit: Im Oktober zeigt sich auch der Obstgarten von einer besonders schönen Seite, denn dann sind viele späte Früchte wie Äpfel, Birnen und Quitten reif.
Ungefähr ab Mitte Oktober beginnt die Pflanzzeit für sommergrüne Laubgehölze. Auch wer sich in Zukunft über frisches Obst direkt aus dem eigenen Garten freuen möchte, sollte im Herbst zur Tat schreiten. Vor dem Winter gepflanzt, können die Bäume noch in diesem Jahr Feinwurzeln bilden und haben so schon einen Entwicklungsvorsprung gegenüber den Gehölzen, die erst im nächsten Frühling in die Erde kommen.
Die goldenen Äpfel der Unsterblichkeit
In allen Kulturkreisen, in denen Apfelbäume bekannt sind, gibt es Mythen oder Märchen, in denen Äpfel eine wichtige Rolle spielen. Häufig ist der Apfel ein Symbol für das Leben, die Vollkommenheit, die Liebe und für die Fruchtbarkeit. Manchmal steht er auch für die Unsterblichkeit: In der nordischen Mythologie war Iduna, auch Idun oder Idunn genannt, die Göttin der ewigen Jugend. Sie besaß unvergängliche goldene Äpfel, die sie in einer Truhe aufbewahrte. Damit ihre Mitgötter nicht alterten, aßen sie täglich von den Früchten. Eines Tages wurde die Göttin samt der Apfeltruhe entführt. Ohne die verjüngende Kraft der Äpfel alterten die Götter nun schnell, wurden matt, schwerfällig und gebrechlich. Sie wollten Iduna samt ihres Obstschatzes unbedingt wieder in ihrem Kreise haben. Darum wurde der Gott Loki, der für die Entführung mitverantwortlich gemacht wurde, von den Göttern unter Druck gesetzt. Mit einigen Verwandlungstricks gelang es ihm, die Entführte und die Äpfel der Verjüngung zurückzugewinnen, so dass fortan die Früchte den Göttern wieder zur Verfügung standen. Damit endete die Apfelkrise der Götter, ihre Unsterblichkeit war gesichert und sie erhielten schnell ihre gewohnte Vitalität und Schönheit zurück.
Die Stadt der Äpfel
Äpfel haben der einstigen Hauptstadt von Kasachstan, Almaty, früher Alma-Ata genannt, ihren Namen gegeben. Dort heißt der Apfel alma. Almaty bedeutet soviel wie Stadt der Äpfel. In der Region wuchsen viele wilde Apfelbäume und der Apfel wurde zum Wahrzeichen der Stadt. Auch heute gibt es dort noch unzählige Obstbäume, darunter viele Wildapfelbäume.
Der Garten Eden auf Balkon und Terrasse
Säulenapfelbäume wachsen auf kleinstem Raum und gedeihen sogar in großen Kübeln auf Balkon und Terrasse. Die Bäume werden nur etwa 2 bis 2,5 m hoch und circa 30 cm breit. Im Frühjahr schmücken sie sich mit schönen Blüten, im Herbst ermöglichen sie trotz ihrer geringen Höhe eine reiche Ernte. Auch wenn die Bäume klein sind, haben die Früchte eine normale Größe. Säulenapfelbäume sind zumeist selbstfruchtbar, der Fruchtansatz ist jedoch besser, wenn zwei Sorten gepflanzt werden. Weil diese Bäume von Natur aus säulenförmig wachsen, benötigen sie fast keinen Schnitt. Nur wenn sich Seitentriebe bilden, werden diese auf zwei Augen zurückgeschnitten. Wichtig ist, dass die Pflanzen sonnig stehen, so dass sich die reifenden Früchte gut entwickeln können. Auch von Süßkirschen und Birnen gibt es mittlerweile Säulenbäume für den Naschgarten auf Balkon und Terrasse.
Namen - vom Apfel inspiriert
Die große Bedeutung des Apfels zeigt sich auch daran, dass sich sein Name in den Bezeichnungen für andere Früchte findet, obwohl diese, wie der Granatapfel, gar nicht mit dem Apfel verwandt sind. So werden beispielsweise Orangen auch als Apfelsinen bezeichnet und Kartoffeln werden in Österreich Erdäpfel genannt.
Nicht alles, was Apfel heißt ist essbar. Der Reichsapfel stand als Sinnbild für Vollkommenheit und für die unendliche Macht des Kaisers oder Königs. Er gehörte neben Krone und Zepter zu den Insignien des Herrschers und bestand aus Gold, Edelsteinen und Perlen. Der Reichsapfel ist allerdings genaugenommen ein Reichsglobus, denn die runde Form symbolisierte die Weltkugel.
Äpfel am Weihnachtsbaum
Zum traditionellen Schmuck für einen Weihnachtsbaum gehörten einst neben Nüssen auch rote Äpfel. In früheren Zeiten waren Äpfel in Nordeuropa sehr wichtig, um die Menschen auch im Winter mit Vitaminen zu versorgen. Äpfel gehörten damals zu den wenigen Obstsorten, die lange gelagert werden konnten. Nach dem Ende der Weihnachtszeit durfte der Weihnachtsbaum dann von den Kindern „abgeerntet" werden. Die Äpfel gelten als Vorläufer der roten Weihnachtskugeln. Sie entstanden angeblich, weil ein armer Glasbläser sich keine Äpfel als Weihnachtsschmuck leisten konnte.
Die Insel der Apfelbäume
Avalon, der Name des mystischen Ortes aus der Artussage, geht zurück auf ein uraltes Wort für Apfel. Demnach ist Avalon die „Insel der Äpfel", denn auf der im Nebel verborgenen Insel wuchsen unendlich viele Apfelbäume. Apfelbäume gehörten zu den sieben heiligen Bäumen der Kelten und standen für Heilkraft und Unsterblichkeit. Auf Avalon gab es darum auch weder Krankheit noch Tod. Der Legende nach wurde König Artus wegen einer Verletzung, die im Normalfall zum Tode geführt hätte, von der Zauberin Morgaine auf die Apfelinsel gebracht und dort geheilt.
Text + Foto: PdM